Meine PirateBox
Ein kleines WLAN, das niemanden braucht
Eigentlich ist die Idee simpel: Eine kleine Box stellt ihr eigenes WLAN bereit. Kein
Internetanschluss, keine Cloud und kein externer Server. Wer das WLAN „PirateBox“ findet
und sich damit verbindet, landet auf einer Webseite, die direkt auf der Box gespeichert ist.
Dort kann man Nachrichten hinterlassen, miteinander chatten oder Dateien austauschen.
Meine PirateBox läuft auf einem Raspberry Pi Zero 2 W. Aus einem zunächst recht
einfachen Experiment ist dabei nach und nach ein kleines Unikat geworden.
Was steckt drin?
* Raspberry Pi Zero 2 W
* eigenes WLAN „PirateBox“
* lokale Webseite mit Captive Portal
* Nachrichten, Chat und Datei-Upload
* automatische Löschung älterer Inhalte
* Shutdown-Taster zum sicheren Ausschalten
* zusätzliche USB-WLAN-Antenne
* alles lokal – ein Internetzugang ist nicht erforderlich
Die eingebaute WLAN-Schnittstelle des Raspberry Pi stellt das PirateBox-Netz bereit.
Zusätzlich besitzt die Box inzwischen eine zweite WLAN-Schnittstelle über einen
AIC8800D80-USB-Adapter.
Damit kann die Box zwei getrennte Funkaufgaben übernehmen, ohne dass dafür das eigene
PirateBox-WLAN geopfert werden muss.
Warum das Ganze? Weil es geht.
Und weil mich die Vorstellung reizt, einen winzigen Rechner hinzustellen, der ganz
unabhängig sein eigenes kleines digitales Plätzchen eröffnet.
Vielleicht verbindet sich irgendwann tatsächlich jemand aus der Umgebung mit dem WLAN und
fragt sich: „Was ist denn eine PirateBox?“
Dann hat sie ihren Zweck eigentlich schon erfüllt.
So entstand sie – in Stichworten
Raspberry Pi Zero 2 W
Debian / Raspberry Pi OS Lite
SSH und USB-Ethernet für die Einrichtung
hostapd – eigenes WLAN
dnsmasq – DHCP und lokale Namensauflösung
nginx + PHP – lokaler Webserver
Captive Portal
Nachrichten, Chat und Datei-Upload
Cron – automatische Aufräumarbeiten
Shutdown-Taster – sauberes Ausschalten
AIC8800D80 – zweite WLAN-Schnittstelle
PirateBox fertig
Die kleine Besonderheit
Die zusätzliche WLAN-Antenne erwies sich als das widerspenstigste Teil des Projekts.
Linux erkannte sie zunächst nur als winziges USB-Laufwerk. Erst nach dem Umschalten erschien
der eigentliche AIC8800D80-WLAN-Chip. Für den verwendeten Adapter musste anschließend auch
der Linux-Treiber angepasst und neu kompiliert werden.
Am Ende waren tatsächlich zwei voneinander unabhängige WLAN-Schnittstellen vorhanden:
wlan0 – das eigene PirateBox-WLAN
wlan1 – die externe USB-WLAN-Antenne
Und der erste Scan mit wlan1 fand tatsächlich die WLANs aus der Umgebung.
Damit war klar:
Das Ding funkt.
Geplant ist, wlan1 sendet an einen WiFi Solar Repeater, aber das dauert wohl noch etwas